Nun, eine pauschale Antwort auf diese Frage lässt sich leider nicht geben, Fakt aber ist, dass inzwischen jeder dritte Arbeitnehmer nicht mehr auf normalem Wege, also mit der Altersrente, aus dem Erwerbsleben ausscheidet, sondern schon im Vorwege berufsunfähig wird. Sicherlich - die Gefahr einer Berufsunfähigkeit ist von Beruf zu Beruf unterschiedlich, der Schnitt spricht jedoch eine deutliche Sprache.
Wie wichtig eine Absicherung bei Berufsunfähigkeit sein kann, sehen wir sehr gut, wenn wir einen möglichen Leistungsfall konstruieren:
Fallbeispiel: Max Pechvogel wird berufsunfähig

Nehmen wir doch einmal an, ein Mann, nennen wir ihn Max Pechvogel, baut mit seiner Frau ein Haus und zieht dort mit der ganzen Familie ein: Er, Sie und zwei Kinder - eine absolut durchschnittliche Familie also. Herr Pechvogel ist der Hauptverdiener der Familie mit einem Einkommen von 2500 Euro brutto - Netto ca. 1800 Euro. Frau Pechvogel arbeitet nur auf 400-Euro-Basis. Die Familie hat das Haus zu 90% finanziert - angesichts der Durchschnittsfinanzierungshöhe von 105% keine große Annahme.
Insgesamt wurden 170.000 Euro aufgenommen, was einer monatlichen Rate von ca. 700 Euro entspricht. Leider macht Herr Pechvogel seinem Namen alle Ehre und hat eines Tages einen Unfall: Beim Anbringen der Weihnachtsdekoration auf seinem Hausdach rutscht Herr Pechvogel aus und bricht sich die Wirbelsäule. Gott sei dank, ist die Verletzung an sich nicht so dramatisch, seinen Job als Elektriker kann Herr Pechvogel aber nie wieder ausüben.
Was passiert nun?
Nun, zuerst einmal bekommt Herr Pechvogel natürlich seine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, was sein Einkommen für die nächsten 6 Wochen sichert. Danach leistet seine Krankenversicherung noch für weitere 72 Wochen 70% seines Bruttolohnes, maximal 90% des Nettos. Im Fall von Herrn Pechvogel sind das 1750 Euro. Auch diese 72 Wochen kann Herr Pechvogel also gut überbrücken. Und dann - tja, dann zahlt ersteinmal niemand mehr. Sollte nun also keine Zahlung aus einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung erfolgen, muss Herr Pechvogel hoffen, dass er eine Leistung aus der staatlichen Erwerbsminderungsrente erhält. Hierfür muss er entweder weniger als sechs (halbe Erwerbsminderungsrente) oder weniger als drei Stunden pro Tag irgendeiner (!) Tätigkeit nachgehen können. Erst dann hat er eine Chance ca. 38% des letzten Bruttolohnes bei voller Erwerbsminderung zu erhalten.
Nehmen wir an, dass Herr Pechvogel nur die halbe Erwerbsminderungsrente bekommt, also ca. 19% des letzten Bruttoeinkommens. Das wäre also 475 Euro. Evtl. wird diese Leistung durch Hartz IV aufgestockt, das war´s dann aber auch. Es ist einfach zu erkennen, wie es nun mit Herrn Pechvogel und seiner Familie weitergeht: 700 Euro Rate sind utopisch…

