Immer wieder erreichen uns in diesem Zusammenhang Fragen von verunsicherten Menschen. Eine der am häufigsten gestellten Fragen ist dabei die, wie überhaupt eine Berufsunfähigkeit festgestellt wird.
Nun, zuerst einmal ist es doch so, dass man, wenn man erkrankt oder einen Unfall hat, ins Krankenhaus kommt. Hier wird man erst einmal gründlich untersucht und behandelt - meist über viele Wochen hinweg. In der Regel zahlt die private Berufsunfähigkeitsversicherung hier noch nicht, sodass es meist sinnvoll ist, eine private Krankentagegeldversicherung abzuschließen. Erst wenn der Heilungsprozess soweit durch ist, bzw. wenn der Arzt die Folgen definitiv absehen kann, kann er attestieren, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Berufsunfähigkeit zurückbleiben wird.
Als Versicherungsnehmer hat man nun die Pflicht, seine Versicherung schnellstmöglich über das Geschehen in Kenntnis zu setzen. Diese wird dann in aller Regel einen Antrag auf Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente an den Versicherungsnehmer verschicken, den dieser exakt ausfüllen muss. Hierbei müssen neben der Erkrankung oder dem Unfall auch das behandelnde Krankenhaus und die Namen der Ärzte genannte werden. Zugleich müssen die Ärzte von der ärztlichen Schweigepflicht entbunden werden, damit der Versicherer die Möglichkeit hat, den Antrag genau zu prüfen. Genau dies wird dann auch geschehen, d.h. der Versicherer holt sich alle für die Feststellung der Berufsunfähigkeit relevanten Daten ein. Erst wenn er diese vorliegen hat und die Prüfung abgeschlossen ist, kann der Versicherer die Berufsunfähigkeit anerkennen und die Rente auszahlen. Es kann jedoch durchaus auch vorkommen, dass der Versicherer den Patienten zu einem zweiten oder dritten Arzt schickt - immer dann nämlich, wenn er Zweifel an dem Geschriebenen hat.
Wann eine Berufsunfähigkeit genau vorliegt, lässt sich so pauschal nicht beantworten. Fakt aber ist, dass die verschiedensten Erkrankungen zu einer Berufsunfähigkeit führen können. In den letzten Jahren ist jedoch ein klarer Trend erkennbar: Berufsunfähigkeiten aufgrund psychischer Erkrankungen werden immer mehr. Dies ist wohl dem hohen Stress und den enororm gestiegenen beruflichen Anforderungen geschuldet und wird sich in den kommenden Jahren sicherlich weiter verschlimmern.

