Nun, die Frage, wie wahrscheinlich es ist, eines Tages berufsunfähig zu werden, lässt sich so pauschal nicht beantworten, denn sie hängt von sehr vielen Faktoren ab. Der wohl wichtigste Faktor ist in diesem Zusammenhang der Beruf der versicherten Person. Es gibt nämlich durchaus Berufe, die für ein Ausscheiden aufgrund von Berufsunfähigkeit bekannt sind, z.B. Kranken- und Altenpfleger oder auch Bauarbeiter und andere, körperlich arbeitende Berufsgruppen. In all diesen Berufen ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, das Rentenalter nicht als Berufstätiger zu erleben, da die körperliche Belastung hier über Jahre hinweg den Körper enorm schädigen kann.
Aber auch der individuelle Lebensstil sorgt durchaus dafür, dass das Risiko einer Berufsunfähigkeit deutlich absteigt oder eben absinkt. So sind Raucher natürlich wesentlich gefährdeter als Nichtraucher - ein Grund, warum viele Versicherer inzwischen die Tarife für Raucher verteuert haben.
Grundsätzlich kann man aber sagen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Berufsunfähigkeit in den letzten Jahren enorm angestiegen ist. Der Grund für diese Tatsache ist ganz einfach: Das gesetzliche Rentenalter wurde immer weiter nach oben angehoben und es ist sehr wahrscheinlich, dass es auch in den kommenden Jahren noch zu einer Ausdehnung des Renteneintrittsalters kommen wird.
Unterm Strich muss man also sagen, dass die Wahrscheinlichkeit einer möglichen Berufsunfähigkeit sich nicht genau errechnen lässt. Zwar gibt es Statistiken, die je nach Berufsgruppe das Risiko einordnen, in letzter Konsequenz ist es jedoch eine sehr individuelle Frage, ob es zu einer Berufsunfähigkeit kommt oder nicht.
Die Versicherer legen bei ihren Tarifen für private Berufsunfähigkeitsversicherungen den Preis fast ausschließlich anhand der Berufsgruppen und, immer mehr, auch an der persönlichen Situation des Antragstellers fest. Menschen mit hohem Risiko, z.B. Extremsportler oder auch Menschen mit sehr gefährlichen Hobbys können somit fast immer nur dann eine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen, wenn sie bereit sind, einen vom Versicherer festgelegten Zusatzbeitrag zu bezahlen.

