Auch die gesetzliche Erwerbsminderungsrente kann hier nur bedingt helfen, da die maximale Absicherung hier bei etwa 40% des letzten Einkommens liegt, die Kosten bei Berufsunfähigkeit aber nicht sinken, sondern, im Gegenteil, eher steigen. Der Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ist daher meist der sinnvollste Weg, sich ausreichenden Schutz bei Berufsunfähigkeit zu sichern.
Was aber passiert mit Menschen, die bereits eine schwere Erkrankung haben? Haben auch diese Menschen die Möglichkeit, eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen?
Nun, zuerst einmal muss man festhalten, dass es sich bei privaten Berufsunfähigkeitsversicherungen um Angebote privater Versicherungsunternehmen handelt. Und die dürfen sich aussuchen, mit wem sie zusammenarbeiten wollen und mit wem nicht. Wenn eine Versicherung also eine Erkrankung für so schwerwiegend hält, dass sie keinen Versicherungsschutz geben möchte, dann kann sie dies tun. Allerdings tut sie es nicht aus Bosheit, sondern zum Schutz der anderen Versicherten - würde man viele Kranke versichern, müsste man auch viel zahlen und die Beiträge würden in der Folge enorm steigen.
Ob eine Versicherung nun jedoch einen Antrag ablehnt oder ihn doch, evtl. unter Berücksichtigung eines Beitragszuschlags, annimmt, kann man pauschal nicht beantworten. Auf jeden Fall sollte man, auch wenn man krank ist, einen Antrag auf Berufsunfähigkeitsversicherung stellen. Etwas schlimmeres, als das man abgelehnt wird, kann ja nicht passieren...
Grundsätzlich haben die Versicherungsunternehmen natürlich ein Interesse daran, so viele Menschen wie nur möglich zu versichern und man kann daher sicher sein, dass der eigene Antrag genau geprüft wird. Evtl. gibt es ja eine Chance, gegen einen Beitragszuschlag versichert zu werden. Eine andere Möglichkeit besteht aber auch darin, dass bestimmte Erkrankungen oder Körperteile von der Leistungspflicht ausgenommen werden. Wer z.B. einen Bandscheibenvorfall hatte, könnte unter Umständen einen Ausschluss der Wirbelsäule erhalten - genau kann man das aber nie sagen.
Tipp: Stellen Sie alle Anträge auf Berufsunfähigkeitsversicherung gleichzeitig. Auf diese Wiese umgehen Sie das Problem, dass die Versicherer auf eine gemeinsame Datenbank zurückgreifen und so die Ablehnungen anderer Unternehmen sehen können.

